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Scheune in Schutt und Asche

EBERSBACH - Für Jörg Schumacher, bekannt durch den Jahrmarkt "Dimido" , bricht eine Welt zusammen: Seine Scheune mit historischen Sammlerstücken in Büchenbronn brannte gestern ab. Der Schaden beträgt 300 000 Euro.

"Da war gar nichts zu retten. Ich bin völlig fertig." Jörg Schumacher ist geschockt: Gestern am frühen Morgen ist seine Scheune in der Schorndorfer Straße in Büchenbronn komplett niedergebrannt. Der 66-Jährige, der mit seinem historischen Jahrmarkt "Dimido" bekannt geworden ist, hatte in dem Anbau wertvolle Sammlerstücke untergestellt. Mehrere alte Kinderkarusselle, Traktoren, Wohnwagen. Alles kaputt. Der Gebäudeschaden beträgt rund 100 000 Euro, den Schaden des Inventars schätzt Schumacher auf etwa 200 000 Euro. Der ideelle Wert lässt sich nicht beziffern: Der Büchenbronner hatte die historischen Kostbarkeiten in jahrelanger Arbeit zusammengetragen und liebevoll restauriert. "Ich vermute, dass es Brandstiftung war", meint der Büchenbronner verbittert. "Aber ich kann mir keinen Reim darauf machen, wer es war. Sowas kann man nicht verstehen."

Auch die Ermittler halten es für möglich, dass ein Unbekannter Hand angelegt hat: "Die Kriminalpolizei Göppingen ermittelt in alle Richtungen. Auch Brandstiftung ist nicht auszuschließen", sagt Polizeisprecher Uli Stöckle. Die Kripo war auch gestern Mittag noch vor Ort, als die Feuerwehr mit Nachlöscharbeiten beschäftigt war und morsche Balken des Scheunen-Gerippes aus Sicherheitsgründen absägte. Die Ortsdurchfahrt war während der Löscharbeiten nicht passierbar und nur für Anlieger frei gegeben.

Entdeckt hatte den Brand, der im hinteren Teil der Scheune ausbrach, gestern gegen 6.50 Uhr eine Nachbarin. Sie alarmierte sofort Feuerwehr und Polizei und klingelte zusammen mit den Einsatzkräften den 66-Jährigen aus dem Schlaf. "Die Brandbekämpfung und der Schutz der Nachbargebäude standen im Vordergrund", erklärt Olaf Nutsch, Einsatzleiter und stellvertretender Kommandant der Ebersbacher Feuerwehr. Das Inventar in der Scheune habe nicht gerettet werden können. Glücklicherweise wurde bei dem Brand niemand verletzt: "Nur ein Feuerwehrmann hat sich leichte Brandblessuren an der Hand zugezogen", fügt Nutsch hinzu. Er konnte aber nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Insgesamt waren die Feuerwehren aus Göppingen und Ebersbach mit 57 Mann und elf Fahrzeugen im Einsatz. Auch das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst eilten mit drei Fahrzeugen in den Ebersbacher Stadtteil. Die Brandbekämpfer hatten das Feuer kurz nach 8 Uhr unter Kontrolle und wenig später gelöscht, teilt der Polizeisprecher mit. Die Gefahr, dass die Flammen auf Nachbargebäude übergreifen, habe nicht bestanden, fügt der Einsatzleiter hinzu. Das Feuer habe nur wenige Schaulustige angelockt, so Nutsch, was die Arbeit der Feuerwehren erleichtert habe.

Die Kripo Göppingen sucht nun fieberhaft nach der Ursache des Brandes und bittet Zeugen, die gestern Morgen in der Büchenbronner Ortsmitte etwas bemerkt haben, um Hinweise, Telefon: (07161) 63-2050.

Jörg Schumacher indes ist am Boden zerstört. Die historischen Jahrmarkt-Sammlerstücke, die in der Büchenbronner Scheune schlummerten, waren ein Teil seines Lebenswerks (er hat noch weitere Lager für seine Sammlerstücke). Auf Tour ging der 66-Jährige alias "Dimido" zwar schon länger nicht mehr, aber das Schaustellerdasein ist noch immer sein Leben: "Ich bin jetzt mehr als Veranstalter auf historischen Jahrmärkten oder bei Kulturveranstaltungen unterwegs."

Wie es jetzt weitergeht, vermochte Schumacher gestern nicht zu sagen. Zu tief sitzt der Schock - zumal es nicht das erste Feuer ist: Im Februar 2001 hatten zwei junge Männer einen unter der Ebersbacher Strutbrücke abgestellten Wagen des historischen Zirkus "Dimido" aufgebrochen und angezündet. Das Fahrzeug wurde völlig zerstört, zwei in unmittelbarer Nähe stehende Wagen fingen ebenfalls Feuer. Der Schaden wurde damals auf 80 000 Mark beziffert. Die beiden damals 21 und 24 Jahre alten Brandstifter wurden vom Göppinger Amtsgericht zu Gefängnisstrafen von zwei beziehungsweise eineinhalb Jahren verurteilt.

Quelle: 30.04.2010, Neue Württembergische Zeitung (NWZ), SUSANN SCHÖNFELDER

 
 
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